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Blutegeltherapie

Indikationen:

  • Rheumatoide Arthritis
  • Arthrose und Polyarthritis
  • Chronisch eitrige Entzündungen, Ulcus cruris
  • Herpes Zoster (Gürtelrose)
  • Varikosis (Krampfadern) und Venenentzündungen (Phlebitis)
  • Thrombosen
  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen, z. B. Tennis- und Golferellenbogen

Schon seit der Antike werden Blutegel für therapeutische Zwecke eingesetzt. Heute werden Blutegel wieder vermehrt in der Schmerztherapie, Arthrosebehandlung, Wundbehandlung und Ulcus cruris („offenes Bein“) eingesetzt. Wir haben Patienten mit seit Jahren offenen Beinen behandelt und haben die Wunden zuwachsen sehen. Dies hat uns überzeugt den Blutegel auch bei anderen Ekrankungen einzusetzen. Das Wort „Egel“ stammt übrigens von dem griechischen Wort echis = kleine Schlange. Manche vermuten sogar, dass die Schlange des Aeskulapstabes einen Egel darstellt. Er ist jedenfalls schon lange für seine Heilkräfte berühmt. Bei den Germanen wurde das Wort „Blutegel“ z. B. nahezu synonym mit dem Wort „Heiler“ verwendet. Dhanvantari, der indische Gott des Ayurveda, trägt einen Blutegel in einer seiner vier Hände, und im Englischen wurden die Heiler des Mittelalters als „leecher“ [leech (engl.) = Blutegel] bezeichnet.

Inzwischen ist die Blutegeltherapie zum Gegenstand moderner Forschung geworden, die längst belegt hat, dass die Heilwirkung dieser Therapie nicht auf mittelalterlichem Aberglauben beruht. Die rekonstruktive Chirurgie hat die sensiblen Blutsauger in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wiederentdeckt, als das abgerissene Ohr eines kleinen Jungen nur durch ihre Hilfe gerettet werden konnte. Die Blutegel sorgten mit ihren Sekreten dafür, dass der Blutfluss erhalten blieb, so dass das Ohr wieder anwachsen konnte. Seitdem erleben Blutegel eine Renaissance in der Heilkunst. Die moderne Biochemie hat eine Reihe von Wirksubstanzen und deren Wirkmechanismen im Blutegelspeichel aufgeklärt.

Pferde, aber auch andere Tiere wie Hunde, Katzen usw. lassen sich übrigens von Blutegeln nicht irritieren, wehren sich auch nicht gegen den Biss oder versuchen, den kleinen Wurm wieder los zu werden. Sie wissen einfach instinktiv um die Heilkraft.

Biologische Wirkung

Der Speichel der Blutegel besteht aus einem wunderbaren Wirkstoffcocktail, welcher in die Gerinnung eingreift, Blutgerinsel auflöst und die Durchblutung fördert. Hier ist der wichtigste Wirkstoff das Hirudin, welches mittlerweile auch künstlich hergestellt wird und als Medikament (Gerinnungshemmer) eingesetzt wird. Der Name ist abgeleitet von Hirudo medicinalis (medizinischer Blutegel). Calin wirkt für längere Zeit gerinnungshemmend. Der Lymphfluss wird gefördert. Egline und Bdelline wirken stark entzündungshemmend und schmerzreduzierend.

Nebenwirkungen und Anwendung

Die Bisse der Blutegel sind nicht schmerzhaft. Patienten geben ein leichtes Ziehen und selten Gefühle wie einen Einstich einer Injektionsnadel an. Es kann ein leichtes Jucken ähnlich wie beim Mückenstich entstehen. Nebenwirkungen sind sehr selten. Es treten vereinzelt Rötungen auf. Eine bakterielle Entzündung stellt die große Ausnahme dar.

Kosten
Die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nicht. Einige Privatkassen übernehmen die Kosten der Behandlung. Bei anderen Privatkassen erfolgt keine Kostenerstattung

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